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Die Angst als Wegweiser

Aktualisiert: 30. Aug 2020

Die Angst ist eine negativ besetzte Emotion, die wir gerne vermeiden. Dabei kann sie ein wundervoller Wegweiser zur Freiheit sein und kann uns zu mehr Mut, Glück und Leichtigkeit verhelfen. Wenn wir uns nur voll auf sie einlassen.


Wegweiser
Die Angst als Wegweiser

Die Angst ist eine interessante Emotion. Wir fürchten sie und verdrängen sie gerne. Denken, dass wir sie besiegen können, indem wir uns vor ihr verschließen und behaupten, dass sie uns nicht erreichen kann. Wir meinen oft wir wären mutig und stark, weil wir die Angst nicht an uns heranlassen.


Doch wenn wir ehrlich zu uns sind und uns trauen genauer hinzusehen, merken wir, dass es nicht der Mut ist, den wir durch dieses Verhalten stärken. Es ist vielmehr die Angst selbst, der wir damit immer mehr Macht über unser Leben geben. Indem wir vor ihr davonlaufen. Uns ihr nicht stellen. Sie nicht in unser Leben lassen möchten.

Doch wie sollen wir mutig sein, während wir Angst vor der Angst selbst haben?


Alles im Leben hat zwei Seiten.


Nichts ist komplett schwarz oder weiß. Indem wir lernen beide Seiten gleichermaßen anzunehmen, können wir unsere Mitte finden und uns so weiterentwickeln. Der Angst ins Auge schauen. Zu akzeptieren, dass sie manchmal da ist. Ihr zuzulächeln. Sie anzunehmen. Bedingungslos.



All das erfordert Mut.


Mut ehrlich zu sich zu sein. Mut genauer hinzusehen, was eigentlich hinter dieser Angst steckt. Was das Gefühl ist, das wir nicht zulassen wollen. Was die Angst uns eigentlich sagen möchte.

Denn obwohl die Angst oft negativ besetzt ist, ist sie ein unglaublich wertvoller Wegweiser.

Sie zeigt uns auf, wo wir noch Potenzial für Wachstum und Weiterentwicklung haben. Wo wir noch über uns selbst hinauswachsen dürfen. Welche Aspekte wir noch nicht genug in unser Leben lassen und an welchen wir anhaften, obwohl es längst Zeit wäre sie loszulassen.



Der Weg durch die Angst ist nicht immer bequem.


Er zeigt uns Dinge, die wir eigentlich nicht sehen wollen. Aspekte unseres Selbst, auf die wir nicht stolz sind, weil sie nicht dem Bild entsprechen, das wir von uns selbst haben oder gerne hätten. Und doch – oder gerade deswegen – ist er so wichtig für uns. Weil wir durch ihn auch soviele schöne Seiten an uns kennenlernen dürfen, die uns davor verborgen geblieben sind. Weil wir soviel durch ihn lernen können. Über uns selbst. Über unser wahres Selbst. Wer wir wirklich sind. Ohne die Verblendung durch außen und unser Ego.


Denn ohne die Dunkelheit könnten wir das Licht nicht erkennen. Und ohne die Angst nicht den Mut, die Kraft, die Stärke, die in uns steckt.

Wir brauchen beide Seiten im Leben. Durch die eine können wir die andere besser verstehen und schätzen lernen.


Und so können Zeiten, in denen viel Angst und Unsicherheit herrscht, eine Chance für uns selbst sein, uns weiterzuentwickeln. Diese Energie für uns zu nutzen. Und sie zu transformieren. In etwas komplett Neues, von dem wir nicht wussten, dass es in uns steckt.



Durch die Angst zu uns selbst.

Ein schöner Gedanke. Und doch ist der Anfang oft schwer. Denn die meiste Angst haben wir kurz vor der Startlinie. Weil wir uns auf etwas einlassen, das wir nicht kennen. Weil wir Angst haben zu scheitern und zu fallen. Und genau in diesen Situationen kann es hilfreich sein, sich mit seiner Angst auseinanderzusetzen. Sich Zeit für sie zu nehmen. Ihr zuzuhören.


Das gelingt am besten, wenn wir uns bewusst jeglicher Ablenkung durch das Außen entziehen. Indem wir uns täglich ein Zeitfenster für uns selbst reservieren, in dem wir uns nur uns selbst widmen. Und unserer Angst einen Raum geben, in dem sie sein darf. Und dort darf sie solange bleiben, bis sie uns erzählen konnte, was sie uns sagen möchte und es für sie an der Zeit ist zu gehen und Platz für etwas Neues zu schaffen.

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