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Wie Dankbarkeit deine Sicht aufs Leben verändert

Aktualisiert: Jan 29

Heute möchte ich gerne mit dir über die Dankbarkeit sprechen. Bestimmt hast du schon einmal davon gehört, wie wertvoll eine Dankbarkeitspraxis ist. Doch da zwischen „Ja, weiß ich eh“ und „Ich wende dieses Wissen auch für mich an“ oft Welten liegen, lade ich dich ein, heute vom „eh klar“ ins „mach ich“ zu kommen. Sei gespannt, wie nur 5 Minuten täglich deine Sicht aufs Leben verändert.



Warum mehr nicht immer mehr ist


Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Überall hören wir, dass wir uns anstrengen müssen, um möglichst viel von etwas zu bekommen: Geld, Anerkennung, Konsumgüter, usw. Doch obwohl wir immer mehr und mehr besitzen, sinkt unsere Zufriedenheit meist mit steigendem Wohlstand. Warum? Je mehr wir haben, desto mehr glauben wir noch besitzen zu müssen. Die Dinge, die wir schon haben verlieren immer mehr an Wert für uns und werden selbstverständlich.


Dieses Mangeldenken kenne ich auch von mir sehr gut: Ich neige zum Perfektionismus und dazu mich auf das zu fokussieren, was noch nicht passt. Wenn ich irgendwo bereits 99 % erreicht habe, versteife ich mich ganz gerne auf das 1 % das noch nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Damit demotiviere ich mich nicht nur selbst, sondern baue auch mein ohnehin schon starkes Mangeldenken aus. Obwohl ich das schon länger weiß, ist es mir sehr lange nicht gelungen es zu verändern. Bis ich mich mit der Dankbarkeit auseinandergesetzt habe.

Als ich begonnen habe Dankbarkeit zu kultivieren habe ich auf einmal entdeckt wieviel Gutes mir tagtäglich widerfährt und gemerkt wieviel ich eigentlich habe und wie wenig ich brauche.

Mein Herz war erfüllt von Liebe und Mitgefühl und ich konnte in meinen Mitmenschen all das Gute entdecken, das mir davor verborgen geblieben ist.



Was bedeutet Dankbarkeit jetzt eigentlich?


Dankbarkeit heißt das wertzuschätzen, was da ist. Dabei geht es nicht nur um großartige Leistungen oder Errungenschaften.

Es geht vor allem darum, das Schöne in allem zu finden und dankbar für alles zu sein, was da ist.

Dafür, dass die Sonne vom Himmel strahlt. Dass der Schnee im Sonnenlicht glitzert. Dafür, dass wir etwas Warmes zu essen im Bauch haben und ein kuscheliges Zuhause. Und auch für das nette Lächeln, das uns ein Passant beim Spazierengehen zugeworfen hat. Wenn wir den Blick für das Schöne weiten, werden wir entdecken, wieviel davon tagtäglich auf uns wartet. Wenn wir uns ihm öffnen.



Wie übe ich Dankbarkeit?


Soweit so gut. Doch wie baue ich jetzt eine Dankbarkeitspraxis aus? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um mehr Dankbarkeit ins eigene Leben zu bringen. Ich möchte euch heute 3 Varianten vorstellen. Suche dir aus, was dich am meisten anspricht – du kannst die Übungen natürlich auch kombinieren:


1. Dankbarkeitstagebuch:


Der Klassiker der Dankbarkeitspraxis:

Führe ein Dankbarkeitstagebuch, indem du jeden Tag mindestens 5 Dinge festhältst, für die du an diesem Tag dankbar bist.

Dinge, die dir z.B. gut gelungen sind, nette Erfahrungen, die du gemacht hast, Dinge die du gelernt hast oder einfach nur, das schöne Wetter, das dein Gemüt erhellt hat. Ich persönlich habe die besten Erfahrungen gemacht, wenn ich jeden Punkt mit „Ich bin dankbar für/dass…“ einleite – da ich so die Grundstimmung der Dankbarkeit besser fühlen konnte. Im Idealfall machst du den Eintrag direkt vor dem Schlafengehen, damit du mit einer positiven und dankbaren Stimmung einschläfst.


2. Dankbarkeitsmeditation:


Mein persönlicher Favorit. Ich habe lange ein Dankbarkeitstagebuch geführt und war damit sehr zufrieden. Die Dankbarkeitsmeditation hat mich selbst aber noch ein Stück weit mehr überzeugt. Und sie geht ganz einfach:

Nimm dir morgens nach dem Aufstehen und Abends vor dem Schlafengehen jeweils 5 Minuten Zeit, um dir alles vor Augen zu führen, wofür du dankbar bist.

Setze dich an einen Ort, an dem du nicht gestört wirst, schließe die Augen und konzentriere dich für einen Moment auf deine Atmung, um den Geist zur Ruhe zu bringen. Dann beginne für 5 Minuten alles zu visualisieren, wofür du dankbar bist. Denke dabei unbedingt auch an all die Kleinigkeiten, die du sonst als selbstverständlich ansiehst: Die gute Tasse Tee, die du genossen hast. Dass du genug zu Essen und ein warmes Dach über dem Kopf hast. Die nette Nachricht, die dir deine Freundin heute geschickt hat. Bleibe 5 Minuten dran und nimm das wohlige Gefühl in deinem Körper wahr, das sich ausbreitet, wenn du dankbar bist.


Vielleicht fällt dir die Übung zu Beginn noch schwer. Doch du wirst merken, dass sie immer leichter wird, je öfter du sie machst. Und dass du im Alltag viel öfter auch die schönen kleine Dinge bemerkst, die du früher übersehen hast.


3. Dankbarkeit aussprechen:


Wie oft sagst du anderen Leuten und dir selbst „Danke“? Ich habe gemerkt, dass ich das früher sehr selten gemacht habe und eher nur angemerkt habe, wenn mir etwas nicht gepasst hat. Ich habe dann bewusst begonnen mich bei anderen für all das Gute, das sie für mich tun, zu bedanken. Damit mache ich es nicht nur für mich selbst sichtbarer, sondern zeige dem anderen auch meine Wertschätzung. Dadurch entsteht eine positive Energie in uns beiden.

Dankbarkeit auszusprechen ist eine gute Möglichkeit, um menschliche Beziehungen zu verbessern und einen respektvolleren und liebevolleren Umgang miteinander zu kultivieren.

Vielleicht möchtest du ja einer Freundin eine Nachricht schicken und dich bei ihr für alles bedanken, was sie für dich tut: Ihre Unterstützung, ihr offenes Ohr, ihre Liebe – was auch immer es ist, das du an ihr schätzt.


Eine weitere gute Möglichkeit ist es, die Dankbarkeit auch einem selbst gegenüber öfter auszusprechen. Wie oft bedankst du dich z.B. bei deinem Körper dafür, dass er dir tagtäglich so gute Dienste leistet? Oder beschwerst du dich nur bei ihm, wenn er einmal nicht so „funktioniert“, wie du dir das vorstellst? Indem du dich regelmäßig bei deinem Körper bedankst, verbesserst du dein Verhältnis zu ihm und kannst liebevoller und achtsamer mit ihm umgehen.



Leg los – noch heute


Nachdem du jetzt ausreichend in der Theorie über Dankbarkeit erfahren hast, geht es darum, dieses Wissen in die Tat umzusetzen – und zwar noch heute. Nimm dir heute 5 Minuten Zeit, um eine der Übungen zu machen. Um eine wirkliche Verbesserung deiner Wahrnehmung zu erreichen, empfehle ich dir für mind. 3-4 Wochen wirklich täglich dranzubleiben. Ab 21 Tagen fangen wir an neue Gewohnheiten zu festigen.


Danke, dass du mir gerade 5 Minuten deiner wertvollen Zeit geschenkt und diesen Beitrag gelesen hast. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren!


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