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Unser Körper als Spiegel unserer Seele

Aktualisiert: Jan 25

Wie gut bist du in Kontakt mit deinem Körper? Und wie geht es dir, wenn du Schmerzen hast oder krank bist? Fragst du dich dann immer, was du falsch gemacht hast und wie du diese unangenehmen Gefühle loswerden kannst? Ich möchte dir heute eine andere Sichtweise anbieten, die dir helfen soll, deinen Körper und seine Botschaften besser zu verstehen.




Mein Verhältnis zu meinem Körper war nicht immer gut


Ich habe in den letzten Jahren sehr viele chronische Krankheiten angesammelt. Schmerzen an allen möglichen Stellen, von denen ich davor nicht mal so genau wusste, dass man die so genau wahrnehmen kann. Ich habe mich dadurch sehr ungerecht behandelt gefühlt: Vom Leben und auch von meinem Körper.

Ich war enttäuscht davon, dass mein Körper mit meinen damals 30 Jahren schon so „kaputt“ war.

Ich habe mir gedacht: Oje, das wird ja noch was. Wie schafft es meine Oma mit ihren über 80 Jahren noch zu gehen, wenn ich mit 30 Jahren schon so eingeschränkt bin von all den Schmerzen?


Ich bin lange von Arzt zu Arzt gelaufen und habe nach der Ursache für all das Leid gesucht. Ich wollte den Fehler ausmärzen, wollte, dass mein Körper wieder richtig „funktioniert“. Jedes Mal, wenn ein Arzt mir gesagt hat, dass bei einer Untersuchung nichts rausgekommen ist und ich gesund bin, war ich enttäuscht. Jedes Mal, wenn irgendwas gefunden wurde, war ich voller Hoffnung. Nur hat mir keine Diagnose irgendwas gebracht: Nach einer kurzen Verbesserung waren alle Symptome wieder genauso stark zurück, manchmal noch stärker. Bzw. wurden sie von anderen Symptomen ersetzt oder erweitert.

Ich war wirklich frustriert, verzweifelt und habe mich hilflos gefühlt. Ich habe mich immer mehr vom Leben zurückgezogen, immer mehr eingehüllt in Watte. Ich dachte, dass ich ganz gut auf mich aufpassen muss, weil ich sonst zerbreche.

Alleine wenn ich diesen Text schreibe verkrampft sich mein Kiefer wieder und ich bekomme Kopfschmerzen. Heute kann ich sie lächelnd annehmen, weil ich weiß, dass sie Botschaften für mich enthalten und mein Körper es gut mit mir meint.


Die Sprache des Körpers verstehen


Irgendwann habe ich erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Dass ich nicht mehr glauben möchte, dass mein Körper einfach schon „kaputt“ ist. Ich bin auf die wunderbare Alexandra Stross gestoßen und habe mich dank ihr begonnen mich mit dem Thema Symptomdeutung auf der geistig-seelischen Ebene auseinanderzusetzen. Ich habe begonnen den Kontakt zu meinem Körper herzustellen und ihm zuzuhören. Und war verblüfft, was er mir alles zu sagen hat.

Jeder Schmerz, jede Krankheit und auch jedes (unangenehme) Gefühl enthält eine Botschaft für uns, etwas, das gesehen werden möchte. Und je stärker die Symptome sind, desto dringlicher ist die Botschaft, bzw. desto länger haben wir unserem Körper schon nicht mehr zugehört.

Gefühle und Emotionen und ihre Botschaften


Die leiseste Art, wie unser Körper mit uns spricht sind die Gefühle. Über sie vermittelt er uns, wenn wir mit unserem Verhalten, unseren Gedanken und unseren Worten nicht im Einklang mit unseren eigenen Idealen sind. Wenn wir also nicht zu 100 % das Mensch sind, der wir eigentlich sein möchten.

Gefühle zeigen uns, dass unsere Seele gehört werden möchte, weil wir etwas übersehen.

Diese Gefühle können vielfältig sein: von Angst über Wut bis hin zu Trauer. Jedes Gefühl möchte in erster Linie wahrgenommen, angenommen und gefühlt werden. Denn wenn wir uns erlauben unsere Gefühle anzunehmen und zu fühlen, dann werden wir auch die Botschaft, die darin verborgen ist, erkennen. Und das Gefühl kann sich so auflösen.


Gefühle sind aber oft nicht ganz klar sichtbar, weil sie von Emotionen überlagert werden.

Emotionen sind lauter als Gefühle und helfen den Gefühlen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Hinter jeder Emotion können viele Gefühle stecken.

Wenn ich also zum Beispiel einen Wutanfall bekomme, dann kann das dahinterliegende Gefühl Wut sein aber es könnte auch Enttäuschung, Trauer, Verzweiflung sein. Wenn ich zu weinen beginne kann ich nicht nur traurig sein. Es können auch Gefühle wie Wut, Verzweiflung, Angst, Freude oder Sehnsucht dahinterstecken.


Wenn ich nur versuche die Emotion loszuwerden, indem ich sie entweder hinunterschlucke oder ein Ventil suche, um sie loszuwerden (wie z.B. indem ich Laufen gehe, damit die Wut verschwindet), dann wird diese Emotion sehr bald wiederkommen. Denn ich habe ja die Botschaft, die dahintersteckt – nämlich das Gefühl – nicht gefühlt. Ich habe nur versucht es loszuwerden.


Ein Beispiel aus meinem Leben


Wenn ich meinem Partner etwas erzähle und er beim Zuhören etwas anderes nebenbei macht und mir nicht in die Augen schaut, dann werde ich wütend. Ich beschuldige ihn, dass er mir nicht zuhört.

Ich erlebe somit die Emotion Wut. Das Gefühl dahinter ist aber gar nicht Wut. Ich bin vielmehr traurig und enttäuscht.

Warum? Weil in mir ein Glaubenssatz gefeuert wird, der lautet „Du bist es nicht wert gehört und gesehen zu werden.“ Nachdem mein Verstand sich aber denkt „Geh komm, das ist doch Blödsinn.“ Erlaube ich mir nicht diese Gefühle zuzulassen. Mit der Zeit nehme ich sie dann gar nicht mehr wahr, sondern spüre nur noch die Emotionen, die sich von Zeit zu Zeit drüberlagern.

Was ich tun könnte, um das aufzulösen? Das Gefühl annehmen, so wie es ist. Mir erlauben, dass ich enttäuscht bin. Und mir dann überlegen, wie ich diesen alten Glaubenssatz loslassen und durch einen neuen ersetzen kann.

Schmerzen und Krankheiten enthalten wichtige Botschaften


Wenn auch die Emotionen nicht gehört werden, dann wird unser Körper deutlicher. Wenn wir also die Wutanfälle, die wir von Zeit zu Zeit haben, loswerden, indem wir Laufen oder Boxen gehen, dann merkt unser Körper, dass er einen anderen, deutlicheren Weg finden um, um mit uns zu sprechen. Und so bildet er Symptome, Schmerzen und Krankheiten.


Zu Beginn sind diese meist noch sehr leicht, wie z.B. leichte Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Rückenschmerzen. Je nachdem welche Botschaften es zu übermitteln gibt, bildet der Körper Symptome an unterschiedlichen Stellen in unserem Körper. Rückenschmerzen haben z.B. viel mit Unsicherheit und Angst zu tun, Verdauungsprobleme zeigen uns, dass wir Dinge in unserem Leben nicht so gut verarbeiten und verdauen können, Gelenksprobleme wie im Knie zeigen uns, dass wir unflexibel geworden sind.

Wenn wir immer nur versuchen unsere Symptome loszuwerden, wird unser Körper immer neue Symptome entwickeln, um uns auf die Botschaften hinzuweisen, die gesehen werden möchten. Denn kein Symptom ist einfach gekommen, um aus dem Weg geräumt zu werden.

Das entspricht vermutlich nicht dem, was du in den letzten Jahren gehört und geglaubt hast. Die Pharmaindustrie erzählt uns gerne, dass alles gut wird, wenn wir eine gewisse Pille schlucken. Und auch wenn das kurzfristig zu einer Verbesserung führen kann, so ist es doch niemals eine nachhaltige Lösung. Auch wenn dieses Symptom damit vielleicht wirklich nicht wiederkommt, so findet unser Körper einen anderen Weg um uns auf die notwendige Veränderung aufmerksam zu machen.

Je nachdem wieviele oder wie schwerwiegende Krankheiten du also hast, desto gut oder schlecht bist du in Kontakt mit deinem Körper bzw. desto mehr oder weniger führst du das Leben, das deine Seele sich wünscht.

Denn auch Menschen, die überhaupt nicht auf ihren Körper hören, können komplett gesund und glücklich sein. Wenn sie das Leben führen, das sie führen wollen und es in ihrem inneren keine Dissonanzen gibt.


Die Lösung: Dem Körper zuhören


Okay, und was tu ich jetzt, wenn ich viele Symptome habe? Der erste und wichtigste Schritt ist die Annahme.

Nimm alles, was du wahrnehmen kannst, freudvoll an. Gerade auch die unangenehmen Dinge.

So abstrus es auch klingen mag: Freue dich, wenn du Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder sonst was hast. Heiße es willkommen. Denn dahinter sind wichtige Botschaften für dich versteckt.


Und dann nimm dir Zeit deinem Körper zuzuhören und frage ihn, was er dir mitzuteilen hat.

Dafür eignet sich die Meditation sehr gut, da diese dir hilft in Kontakt mit dir selbst zu kommen.

Nimm dir jeden Tag 10-20 Minuten Zeit , um deinem Körper und dir selbst zuzuhören.

Setz dich an einen ruhigen Ort und konzentriere dich einmal ein paar Minuten auf deinen Atem, um den Geist zur Ruhe zu bringen. Du kannst auch ein paar Minuten eine Meditationstechnik anwenden, die dir gut tut (Tipps hierfür findest du im Beitrag: Meditation: Der Weg zurück zu dir selbst).


Und dann frage einmal deinen Körper, wie es ihm geht. Am besten wählst du eine konkrete Körperstelle aus und fragst diese, wie es ihr geht und ob sie dir etwas sagen möchte. Vielleicht nicht gleich die, die am meisten weh tut, sondern eine, die relativ neutral ist, z.B. deinen rechten Daumen, wenn der nicht schmerzt. Hör dir an, was er zu sagen hat. Nach einiger Zeit kannst du dann zur nächsten Körperstelle gehen. Sei geduldig und liebevoll. Wenn du deinem Körper noch nie zugehört hast, dann kann es sein, dass er nicht sofort mit dir spricht. Mit der Zeit wird er aber beginnen es zu tun, wenn du geduldig und liebevoll mit ihm umgehst. Behandle ihn, als wäre er dein Kind. Sei aufmerksam und schenke ihm Liebe.


Diese Übung ist sehr wertvoll, auch wenn sie dich vielleicht etwas Überwindung kostet.

Eine Alternative, die mir auch sehr gut gefällt ist das Schreiben. Wenn ich eine Emotion wahrnehme oder auch ein Symptom habe, wie z.B. Sodbrennen, dann nehme ich einen Zettel und stelle mir selbst die Frage:

„Was möchte hier gesehen werden? Was möchte die Wut/das Sodbrennen mir sagen?“

Und dann notiere ich alles, was kommt. Ohne Zensur. Ohne Nachdenken. Auch hier kann es sein, dass du nicht sofort Antworten bekommst, probiere es einfach immer und immer wieder. Und ich verspreche dir, dass du mit der Zeit sehr interessante Dinge herausfinden wirst.

Wenn du deinem Körper regelmäßig zuhörst und die Themen, die er dir mitteilt auch behandelst, werden die Symptome weniger und leiser werden.

Wenn dir dein Körper also z.B. mitteilst, dass er dich mit dem Sodbrennen daraufhinweisen möchte, dass du Angst hast und diese Angst herunterschluckst, dann kannst du als Ableitung daraus aufhören die Angst runterzuschlucken. Erlaube sie dir, fühle sie. Und hör dir an, was dahintersteckt. Vielleicht ist da ein Glaubenssatz, der aufgelöst werden möchte, z.B. „Pass auf, dass du dir da nicht zuviel zumutest.“ Überlege dir, wie du diesen Glaubenssatz umformulieren kannst, z.B. in „Ich bin in meiner vollen Kraft und schaffe alles, was ich mir wünsche.“

Was auch immer du tust: Nimm dich selbst ernst. Alle Gefühle, Gedanken und Schmerzen sind aus einem guten Grund da. Nimm sie an.

Und dann überlege dir, wie du dein Leben gestalten möchtest und wie du ab jetzt denken, fühlen und handeln möchtest, um der Mensch zu sein, der du sein willst.



Heutige Übung


Nimm dir heute 15 Minuten Zeit, um deinem Körper zuzuhören. Hör in dich selbst hinein. Nimm deine Gefühle wahr. Und sei heute besonders liebevoll zu deinem Körper! Lobe ihn, dass er soviel für dich tut. Frage ihn, was du ihm heute Gutes tun kannst. Und lächle. Das freut den Körper und auch die Seele.

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