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Loslassen lernen - so geht's!

Aktualisiert: Jan 29

Kennst du das Gefühl alles immer unter Kontrolle haben zu wollen? Lieber auf Nummer sicher zu gehen, damit ja alles so läuft, wie geplant? Das war mein Lebensmotto der letzten Jahre. Doch je mehr ich versucht habe mich selbst zu schützen, desto mehr hat mir das Leben die Kontrolle entrissen und desto schlechter ging es mir. Bis ich aus dem Teufelskreis ausgebrochen bin.




Leben nach Plan


Immer mehr Menschen planen ihr gesamtes Leben: von der Ausbildung mit den besten Chancen auf meinen Traumjob, über den idealen Zeitpunkt für Nachwuchs, bis hin zum perfekt geplanten Traumhaus. Doch nicht nur die großen Lebensthemen werden streng kontrolliert - auch im Alltag ist wenig Raum für Flexibilität. Der Urlaub wird bis ins Detail durchorganisiert - schließlich möchte man ja in der schönsten Zeit des Jahres nicht enttäuscht werden. Bei der Geburtstagsfeier hat man klar vor Augen, wie sie ablaufen soll. Und selbst beim Essen oder Sport gibt's einen konkreten Plan, um möglichst rasch seine Ziele zu erreichen und ja nichts dem Zufall zu überlassen.



Doch woher kommt eigentlich dieser Wunsch nach Kontrolle?


Kontrolle gibt uns ein Gefühl der Sicherheit. Sie lässt uns glauben, dass wir die Zügel in der Hand haben und alles in unserem Leben steuern können. Wenn wir uns nur genug anstrengen. Und falls doch etwas Unvorhergesehenes passiert, nehmen wir das Steuer noch etwas fester in die Hand, damit das beim nächsten Mal ja nicht mehr passiert. Schließlich wissen wir ja selbst am besten, wie das Leben abzulaufen hat.



Warum Kontrolle eine Illusion ist


Doch je mehr wir uns bemühen alles zu kontrollieren, desto mehr wird uns die Kontrolle entrissen: von unserem Körper, der auf einmal nicht mehr so richtig "funktioniert", von anderen Menschen, die uns aus dem Konzept bringen oder von einer ganz zufälligen Pechsträhne, die all unsere Pläne durcheinander wirft. Denn das Leben hält sich nicht an unsere Pläne. Auch nicht, wenn wir uns das gerne immer wieder einreden möchten.

Das Leben ist nichts, was wir kontrollieren und planen müssen, sondern etwas was wir erleben und erfahren dürfen. Wenn wir es nur zulassen.


Loslassen statt festhalten


Um das Leben in seiner Fülle wahrzunehmen, ist es notwendig die Zügel auch einmal loszulassen. Die Dinge einfach mal auf uns zukommen zu lassen und freudvoll anzunehmen, was kommt. Denn solange wir an unseren Plänen festklammern, versperren wir uns selbst den Weg für all das Wunderbare, das das Leben für uns vorbereitet hat. Und stehen damit uns selbst und unserem Glück im Weg.



Schritt für Schritt zur Freiheit


Doch wie funktioniert denn nun Loslassen? Wie alles im Leben: indem wir es immer und immer wieder üben. Indem wir uns täglich ganz kleine Veränderungen vornehmen, die wir auch wirklich bewältigen können. Also zum Beispiel einmal den Partner einkaufen oder kochen zu lassen, ohne ihn dabei genau zu beobachten oder hinterher all seine Schritten zu kritisieren. Indem wir uns in einem Gespräch einmal wirklich komplett auf unser Gegenüber einlassen, ihm zuhören, ohne dabei schon an einer schlauen Antwort zu feilen oder das Gespräch in eine bestimmte Richtung lenken zu wollen. Oder einmal ohne Plan loszuspazieren und zu schauen, wo es uns an diesem Tag hintreibt.



Abenteuer statt Sicherheit


Und wer schon fleißig an den kleinen Themen gearbeitet hat, kann einen Schritt weitergehen: Die beste Möglichkeit um ein übermäßiges Streben nach Sicherheit loszulassen, ist sich komplett ins Abenteuer zu stürzen. Indem wir uns bewusst all jenen Situationen stellen, die uns Angst machen und aus der Position kommen, dass uns dabei nichts passieren kann.


Auch wenn das im ersten Moment sehr paradox und unlogisch klingen mag, so ist es doch wunderbar heilsam, sich bewusst dem Kontrollverlust hinzugeben.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Abenteuerurlaub? Einfach einmal von einem Felsen ins eiskalte Wasser springen oder in schwindelerregender Höhe einen Klettersteig bezwingen. Und dabei die Freiheit spüren. Und merken, dass uns nichts passiert, wenn wir auch einmal loslassen. Uns dem Moment hingeben. Dem Leben vertrauen. Ein wunderbares Gefühl.

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