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Von den Höhen und Tiefen einer Veränderung

Aktualisiert: Jan 29

Jede Veränderung läuft in Phasen. Es gibt Momente, in denen alles wie von selbst läuft und ich kaum glauben kann, wie einfach gerade alles ist. Und dann gibt es zwischendurch immer wieder kleine oder größere Herausforderungen, die mein Vertrauen auf die Probe stellen. Heute möchte ich mir mit dir diese Phasen anschauen und dir Tipps geben, wie du in Durststrecken durchhältst.


Veränderung und Zweifel


Ich probiere gerne neue Dinge aus und habe zu Beginn immer eine sehr große Euphorie. Während meiner chronischen Krankheiten habe ich z.B. sehr viele Behandlungsmethoden ausprobiert und war zu Beginn immer sehr überzeugt, dass ich jetzt den heiligen Gral gefunden habe, der mich von allem Leid erlöst. Mit der Zeit hat sich aber immer herausgestellt, dass doch alles nicht ganz so rosig ist, wie ich zuerst geglaubt habe. Und dann sind die Zweifel gekommen. Und ich habe oft aufgehört, weil ich dachte, dass es doch nicht das Richtige für mich war. Und ich habe mir etwas Neues gesucht – und dort ist das Spiel wieder von vorne losgegangen. Bis ich erkannt habe, dass ich etwas übersehen habe.



Die Phasen eines Lernprozesses


Jeder neue Lernprozess und auch jede Veränderung verlaufen in Phasen.

In der so genannten Wachstumsphase erleben wir oft sehr rasch eine Verbesserung.

Wenn wir etwas Neues lernen machen wir z.B. schnell Fortschritte. Wenn wir anfangen etwas in unserem Leben zu verändern, werden wir oftmals auch sehr rasch für unsere Bemühungen belohnt, in dem sich erste Erfolgserlebnisse einstellen.

Irgendwann kommt allerdings der Punkt, an dem all das stagniert oder sich sogar wieder verschlechtert.

Ich hatte dann immer das Gefühl einen Fehler gemacht zu habe bzw. habe glaubt, dass ich mich geirrt habe: Dass das doch nicht das ist, was ich brauche. Zweifel haben sich breitgemacht und ich habe den Zweifeln geglaubt und aufgehört. Dadurch bin ich nie über eine gewisse Schwelle gekommen.

Irgendwann habe ich dann erfahren, dass das die normale Entwicklung in jedem Lernprozess ist: Nach einer Wachstumsphase, kommt eine so genannte Plateauphase.

In dieser entwickeln wir uns nicht weiter, vielleicht haben wir sogar das Gefühl uns ein bisschen rückwärts zu entwickeln. Dabei dient diese Phase dazu, dass alles, was wir schon gelernt haben, sich integriert und gefestigt wird. In einer Veränderung werden hier z.B. unsere neuen Verhaltensmuster auf die Probe gestellt. Wir dürfen lernen sie auch in schwierigeren Situationen einzusetzen. Das Leben prüft uns, ob wir es ernst meinen und bereit für das nächste Level sind.


Ins nächste Level aufsteigen


Wenn wir in dieser Phase dranbleiben, uns selbst motivieren und einfach weitermachen, werden wir früher und später belohnt. Denn nach jeder Stagnation kommt ein mächtiger Entwicklungssprung und hebt uns auf die nächste Stufe, wir stiegen quasi ins nächste Level auf. 😊

Halte dir daher immer vor Augen: Du hast nichts falsch gemacht, du bist nirgends falsch abgebogen, sondern das ist Teil des Prozesses.

Du bist genau richtig. Du kannst dir das auch ein bisschen so vorstellen wie eine Prüfung am Schulende. Wenn du sie bestehst, darfst du in die nächste Klasse aufsteigen und dort deine Fähigkeiten weiter vertiefen.



An Herausforderungen wachsen


In unserer Gesellschaft werden Herausforderungen oft als Strafe gesehen. Wir glauben immer, etwas falsch gemacht zu haben (siehe dazu auch den Beitrag: 7 Sünden - oder unsere Angst etwas falsch zu machen). Dabei sind Herausforderungen wichtig für uns, damit wir uns weiterentwickeln.


Mir gefällt hier die indische Sichtweise auf Herausforderungen und ihre Wichtigkeit besser. Hindus, Buddhisten und Janis lieben nämlich den Gott Ganesha – den Herrn über die Hindernisse. Ganesha symbolisiert die Beseitigung aller Hindernisse und steht für einen guten Anfang. Gleichzeitig gibt Ganesha uns aber auch Hindernisse: Wenn ein Weg gerade ohne Hindernisse ist, dann gibt Ganesha uns eine Herausforderung, damit wir wachsen können. Ganesha hilft uns somit Hindernisse zu beseitigen und gibt uns von Zeit zu Zeit angemessene Herausforderungen, um unsere Entwicklung zu fördern.

Wenn wir das Potenzial in Herausforderungen erkennen und uns fragen, was wir hier lernen dürfen, dann können wir durch sie sehr viel Stärke gewinnen und entwickeln neue Fähigkeiten.

Positive Worte wählen


Wenn du also das nächste Mal an einem Punkt angekommen bist, an dem du das Gefühl hast festzustecken, dann führe dir vor Augen, dass du kurz vor einem großen Entwicklungssprung stehst.

Sage dir, dass du so fleißig gearbeitet hast und das jetzt noch die letzte kleine Prüfung ist, bevor du ins nächste Level aufsteigen darfst. Sei stolz, dass du soweit gekommen bist und mache dir bewusst, dass diese Phase Teil des Prozesses ist und dazugehört. Denk an Ganesha und daran, dass all diese Herausforderungen, vor denen du gerade stehst, sein Geschenk an dich sind, damit du wachsen darfst. Und lächle dabei. Denn das Lächeln hilft dir dabei, die Spannung und den Ernst aus dem Ganzen herauszunehmen. Sieh es als Spiel und suche die Freude darin.



Heutige Übung


Ziehe heute eine kleine Zwischenbilanz, indem du dir folgende Fragen schriftlich beantwortest:

  • In welchen Bereichen in deinem Leben hast du das Gefühl festzustecken? Wo hast du das Gefühl nicht voranzukommen?

  • Gibt es Themen, die sich immer und immer wiederholen? Herausforderungen, die sich immer wieder zeigen?

  • Wie bist du bisher mit Herausforderungen umgegangen? Hast du gejammert oder an dir und deinem Weg gezweifelt?

  • Wie möchtest du ab heute mit Herausforderungen umgehen? Halte das am besten schriftlich als Ziel fest (siehe dazu auch: Ohne Ziel kommst du niemals an)

  • Wie kannst du mehr Leichtigkeit in all das bringen? Hast du Freude an deiner Entwicklung oder hast du das Gefühl, dass das alles super mühsam und anstrengend ist? Überlege dir dann, wie du deine Gedanken verändern kannst, damit es sich nicht so anstrengend anfühlt und du wieder lächeln kannst. (Siehe dazu auch: Wie ein Lächeln dein Leben verändert)


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