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Durch Selbstzweifel zur Selbstliebe

Aktualisiert: Jan 29

Wie steht es bei dir mit der Selbstliebe? Nimmst du dich in jedem Moment genauso an, wie du bist? Schenkst du dir selbst ein liebevolles Lächeln, wenn du dich in den Spiegel blickst? Oder findest du immer etwas, das gerade besser an dir sein könnte? Heute widmen wir uns diesen Fragen und betreiben ein bisschen Selbstfürsorge.




Bestandsaufnahme: Der Blick in den Spiegel


Wenn ich mich in den Spiegel blicke habe ich oft etwas an mir auszusetzen: Wie meine Haare heute wieder ausschauen, uhh, ein Pickel, das gibt’s ja nicht. Warum habe ich bloß solche Augenringe? Ich habe auch schon mal besser ausgeschaut. Kommt dir das bekannt vor? Wie oft stehst du vor dem Spiegel und bist rundum zufrieden mit dir selbst?


Die meisten Menschen neigen dazu, sehr streng mit sich selbst ins Gericht zu gehen. Immer etwas zu finden, was gerade echt besser sein könnte: An unserem Äußeren aber auch an unserem Inneren.

Gelingt es dir dich selbst in allem was du bist so anzunehmen? Gerade auch dann, wenn du einmal einen Fehler machst oder die Dinge nicht so laufen, wie du es dir vorgestellt hast?

Bei mir ist da noch ein bisschen Luft nach oben.



Die Sache mit der Selbstliebe


Selbstliebe wird in unserer Gesellschaft nicht gerade vorgelebt. Sich selbst zu loben wird oft mit Überheblichkeit gleichgesetzt. Wir machen uns lieber selbst vor anderen nieder und betonen, womit wir an uns selbst nicht zufrieden sind. Wir schmälern unsere eigenen Leistungen und auch unser Gesamtbild als Mensch.

Wie geht es dir, wenn du folgendes liest?: „Ich bin rundum zufrieden mit mir selbst. Ich liebe mich genauso, wie ich bin. Genauso, wie ich bin, bin ich perfekt.“

Löst er Widerstände in dir aus? Sucht dein Verstand nach Argumenten, warum das ja gar nicht stimmt? Bei mir ist das so. Tief in mir drin sitzt ein Glaubenssatz, der mir sagt, dass ich nicht genug bin, so wie ich bin. Dass ich mich mehr anstrengen muss, mehr Leistung erbringen muss. Und ich erst liebenswert bin, wenn ich etwas Tolles geleistet habe. Ansonsten fühle ich mich ungenügend und mache mir selbst Vorwürfe.


Dank diesem Glaubenssatz habe ich mein Leben lang versucht Anerkennung für Leistung zu bekommen. Immer und überall die Beste zu sein. Mehr Engagement, mehr Wissen, mehr Kontrolle, mehr Ehrgeiz als alle anderen zu haben. Um mich so über sie zu erheben und mir selbst das Gefühl zu vermitteln, dass ich etwas erreicht habe und daher jetzt mit mir zufrieden sein darf.


Kennst du deinen Wert?


Den Selbstwert von äußeren Faktoren und von seiner Leistungsfähigkeit abhängig zu machen, ist nachhaltig nicht sehr zielführend. Denn sobald jemand etwas besser kann oder ich selbst nicht die Leistung erbringen konnte, die ich von mir selbst erwarte, dann bin ich unzufrieden und der Selbstwert ist wieder im Keller.


Und da ich mich solange unbemerkt über meine Leistung definiert habe, hat mir mein Körper geholfen, das zu erkennen. Indem er mir Stück für Stück meine Leistungsfähigkeit genommen hat. Knieschmerzen haben mich vom Laufen abgebracht, nachdem ich das Gefühl hatte besser als andere darin zu sein und mich deswegen über sie erhaben gefühlt habe. Bandscheibenprobleme haben mich in Angst versetzt, sodass ich viele Sportarten und andere Freizeitaktivitäten nicht mehr gemacht habe, über die ich mich definiert habe. Chronische Erschöpfung, Schwindel und Kreislaufprobleme haben mich darauf hingewiesen, dass ich nicht immer perfekt funktionieren muss. Und so hat mein Körper mir geholfen hinzuschauen, dass es an der Zeit für eine Veränderung ist.


Mit der Zeit durfte ich erkennen, dass ich immer das Beste bin, was ich im aktuellen Moment gerade sein kann. So wie jeder Mensch immer das Beste ist, was er jetzt gerade sein kann. Wenn wir das anerkennen, können wir uns Stück für Stück von dem Drang etwas leisten zu müssen, lösen.



Selbstwert aufbauen


Nachdem ich jetzt ausführlich erläutert habe, warum ein stabiler Selbstwert besser nicht von äußeren Faktoren oder Leistungen abhängt, möchte ich mir mit dir anschauen, wie es gelingt einen gesunden Selbstwert aufzubauen.

Der Schlüssel dazu heißt Selbstliebe und Selbstannahme. Dich selbst genauso anzunehmen, wie du gerade bist. Mit allem, was dazu gehört.

Wie das gelingt? Indem du bestehende Glaubenssätze, die du in der trägst, ersetzt. Mache dir dafür einmal bewusst, welche Gedanken du hast, wenn du dich selbst in den Spiegel schaust oder wenn du einen Fehler machst. Notiere dir diese Gedanken. Und dann überlege dir, wie du lieber über dich selbst denken möchtest. Welche Gedanken können dir helfen, dich selbst zu lieben?


Ein Beispiel: Wenn du dir öfter denkst "Ich muss mich mehr anstrengen." dann könntest du diesen Glaubenssatz ersetzen durch "Ich liebe mich, so wie ich bin. Ich bin genug, indem ich einfach nur ich bin."


Spiegelübung


Eine sehr wirkungsvolle Methode, um diese neuen Glaubenssätze möglichst rasch in deinem Unterbewusstsein zu verankern, ist die Arbeit mit einem Spiegel.

Stelle dich dafür vor einen Spiegel, schau dir selbst in die Augen und wiederhole deine positiven Affirmationen.

Also z.B. "Ich liebe mich genauso wie ich bin. Ich liebe jede meiner Zellen. Ich bin schön und liebenswert, genauso wie ich bin. Ich nehme mich so an, wie ich bin, denn dadurch kann ich auch andere so annehmen, wie sie sind."


Achte hier auch auf deine Mimik und Körpersprache: Lächle voller Zuversicht und schenke dir einen liebevollen Blick, wenn du deine Affirmationen aufsagst.


Ich weiß, dass es einiges an Überwindung kosten kann, diese Übung zu machen. Und, dass du dir vielleicht blöd vorkommst. Doch gerade, wenn du innerlich Widerstände verspürst, ist diese Übung besonders wertvoll für dich. Überwinde den inneren Schweinehund und probiere es aus.


Da der Anfang immer am schwierigsten ist, lade ich dich ein, den heutigen Tag der Selbstliebe zu widmen: Nimm dir heute 3x 3 Minuten Zeit dich vor einen Spiegel zu stellen und dir deine positiven Worte zu sagen. Am besten machst du es morgens nach dem Aufstehen, Mittags und Abends vor dem Schlafengehen.

Auch, wenn dein Verstand dir sagt, dass es Blödsinn ist: Tu es trotzdem. Und lächle dabei. Deine Seele wird sich freuen.
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