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Vergleichen mit anderen - so nutzt du es für dich!

Aktualisiert: Jan 29

Vergleichst du dich oft mit anderen und fühlst du dich danach schlecht? Mit ein paar einfachen Tricks kannst du das Vergleichen in Zukunft positiv für dich nutzen und so über dich selbst hinauswachsen.




Vergleichen macht uns oft unglücklich


Ich vergleiche mich oft. Mit allem und jedem. Sobald ich eine Person sehe, der ich zuschreibe "besser" als ich selbst zu sein, fühle ich mich schlecht und verurteile mich selbst. Wenn ich hingegen jemanden treffe, bei dem ich mir einrede "besser" zu sein, fühle ich mich erhaben und Hochmut macht sich breit. Doch ich brauche nicht einmal andere Menschen dafür - ich vergleiche mich auch mit mir selbst: Wie ich gestern war oder wie ich in meinen Erwartungen zu sein habe. Und dann verurteile ich mich oft selbst, wenn ich meinen eigenen Ansprüchen nicht genüge. Kommt dir das bekannt vor?



Warum vergleichen wir uns überhaupt?


Vergleichen ist etwas tief Menschliches. Denn unser Gehirn kann keine absoluten Dinge wahrnehmen. Vergleichen hilft uns etwas einzuordnen. Ob wir zum Beispiel die Temperatur von 15 Grad als warm oder kalt empfinden hängt davon ab, ob gerade Sommer oder Winter ist und ob es gestern 30 oder 0 Grad hatte.


Vergleiche per se sind nichts Böses oder Verwerfliches. Was uns unglücklich macht ist vielmehr der Umgang mit ihnen.

Denn solange ich nur feststelle, dass ich die heutige Temperatur als kühl empfinde, weil es gestern wärmer war, geht es mir nicht schlecht. Erst wenn ich als Konsequenz davon ins Selbstmitleid verfalle und mich über das grauenvolle Wetter beschwere, fange ich an zu leiden. Soweit so gut.



Wie wir Vergleichen für uns nutzen können


Vergleichen kann auch etwas sehr wertvolles sein, wenn wir lernen es für uns zu nutzen. Denn es gibt uns Aufschluss darüber, in welchen Bereichen wir noch nicht unseren eigenen Ansprüchen genügen.


Wenn ich mich zum Beispiel beim Yogakurs mit meiner Nachbarin vergleiche (was wir alle natürlich niemals tun würden 😉) und feststelle, dass sie eine Übung viel besser kann, als ich, kann ich mit dieser Information ganz unterschiedlich umgehen. Ich kann mich selbst verurteilen, weil ich zu wenig geübt habe. Ich kann nach Ausreden suchen, warum diese Übung bei meinem Köper nicht möglich ist. Ich kann mir einreden, dass das ja bestimmt ganz ungesund ist was meine Nachbarin da tut. Und so weiter. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Doch keine dieser Interpretationen wird mich vermutlich glücklich machen oder weiterbringen. Weil keine davon aus einer Eigenverantwortung heraus passiert.


Wenn ich hingegen anerkenne, dass ich durch das Vergleichen auf einen Wunsch, ein Bedürfnis von mir selbst, aufmerksam gemacht werde, kann ich aus dem Drama ausbrechen.

Denn sobald ich mir zugestehe, dass ich diese Yogaübung auch gerne besser verstehen und für mich lernen möchte, kann ich konkrete Handlungen setzen, die mich diesem Wunsch näherbringen.


Ich kann zum Beispiel ab sofort jeden Tag fünf Minuten diese Übung üben. Ich kann meinen Yogalehrer nach Tipps zum Üben fragen. Oder wer noch weiter gehen möchte, kann auch die besagte Nachbarin um Unterstützung bitten. Letzteres wirkt doppelt gut: Denn es holt mich nicht nur zurück in die Eigenverantwortung, sondern bringt mich auch aus dem unterbewussten Konkurrenzkampf heraus, in den ich verfallen bin. Denn indem ich meiner Nachbarin Anerkennung schenke und sie zu meinem Vorbild mache, lösen sich alle negativen Gefühle ihr und mir selbst gegenüber auf. Eventuell erzählt mir meine Nachbarin im Gespräch ja sogar, dass ihr diese Übung zu Beginn auch schwer gefallen ist. Und schon hat mich mein Vergleich auf vielfache Art und Weise bereichert.



Vom Vergleichen zu uns selbst


Wenn du dich das nächste Mal vergleichst, dann versuche es dir also nicht zu verbieten (das klappt ohnehin nicht 😉).


Stelle dir stattdessen folgende Fragen:

  • Welcher Wunsch/welches Bedürfnis steckt hinter meinem Vergleich?

  • Wie komme ich diesem Wunsch näher?

  • Was kann ich von der Person, mit der ich mich vergleiche, lernen?

  • Kann diese Person vielleicht sogar mein Vorbild sein?


Mit diesem Vorgehen holst dich sofort zurück in die Eigenverantwortung. Und du lernst so Stück für Stück deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse kennen.


Denn Vergleiche weisen uns immer darauf hin, dass wir unseren eigenen Ansprüchen noch nicht vollständig genügen.

Und solange wir diese Erkenntnis nicht dramatisieren, können wir sie als Werkzeug einsetzen, um täglich über uns selbst hinauszuwachsen. Wir können von den Menschen, mit denen wir uns vergleichen, profitieren, von ihnen lernen. Und sie als unsere Lehrer anerkennen. Denn sie zeigen uns, was alles möglich ist, was wir uns selbst vielleicht niemals zugetraut hätten. Und so kann aus dem Vergleichen in Zukunft ganz viel Wunderbares entstehen. Wenn wir uns nur darauf einlassen.



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